Dienstag, 5. März 2019
Ich bin glücklich. Als Zusammenfassung der letzten Tage kann ich einfach sagen: Ich bin glücklich. Und dennoch ist es wie mit den Schneeglöckchen, die im Garten blühen: Sie sind vergänglich. Ich weiß, dass sie bald verblühen werden und bin jetzt schon traurig darüber. Ist auch mein Glück vergänglich? Es fühlt sich so an. So unsicher und so sehr von äußeren Umständen abhängig.

Wenn Glück durch Angst getrübt wird

Ich weiß, dass das wahre Glück erst dann als unendlich verstanden werden kann, wenn es von den Bedingungen im Außen nicht mehr abhängig ist. Bei mir ist das (noch) nicht hundertprozentig der Fall. Da gibt es die Existenzangst in erster Linie und dann die Angst davor, dass mir mein Ex-Mann oder mein Vater Schwierigkeiten bereiten könnten. Ich kenne die Angst, vom Leben und den Umständen im irdischen Leben überfordert zu werden. Schon ein tropfender Wasserhahn kann Angst in mir auslösen.

Alles kann kaputt gehen und dann ist meine Aktion gefordert oder mein Geld. Noch immer habe ich das Gefühl, dass ich für viel zu viele Dinge die Verantwortung trage, ohne dieser Verantwortung gerecht werden zu können. Daraus resultiert ein Unsicherheitsgefühl, eine tief liegende Angst vor dem Versagen.

So viele Dinge bereiten mir Freude!

Und doch bin ich glücklich. Es ist nicht gelogen, was ich oben geschrieben habe. Da ist ein tief empfundenes Glücksgefühl, ausgelöst durch alles, was ich erlebe, was um mich herum geschieht und existiert. Heute Nacht hat es geregnet und beim Sonnenaufgang am Morgen zogen noch die – teils tiefhängenden – Wolken herum. Aber es gab auch schon wieder klare Stellen am Himmel. Einfach wunderbar!

Ich fühle noch die Freude über das Zusammensein mit vielen Bekannten im Repair-Café gestern und über das Winterschwimmen in Velden vorgestern. Und gerade jetzt höre ich am Fensterbrett vor meinem Fenster, dass sich ein Vogerl über die Hanfsamen hermacht, die ich dort hingelegt habe. Es gibt hunderttausend Gründe an nur einem einzigen Tag, glücklich zu sein. Glücklich und dankbar. Darf ich das?

Ist Glück temporär?

Darf ich „mit Grund“ glücklich sein, wenn ich doch „grundlos“ glücklich sein will? Wird nicht immer die Angst davor, dass der Auslöser des Glücks verschwinden könnte, mein Glück trüben? Kann ich einen Regenbogen ungetrübt genießen, wenn in mir schon der Gedanke schlummert, dass er in ein paar Minuten verblasst sein wird?

Ich erkenne das Muster. Und dennoch bin ich glücklich und genieße diesen Zustand. Ich liebe dieses, ich liebe jenes und letzten Endes liebe ich alles, was um mich herum geschieht. Die Angst, die manchmal auftaucht, existiert in Gedanken und Vorstellungen. Nichts davon tritt so ein, wie ich es mir vorstelle. Ja, es gab schon viele schwierige Situationen, die ich meistern musste. Als sie eintraten, wusste ich genau, was zu tun war. Mein Körper signalisierte mir „Gefahr“ und „Achtung“, und ich wusste instinktiv, was ich zu tun hatte.

Schwierige Situationen meistern

Erst heute bemerke ich, WIE gut ich die letzten schwierigen Situationen gelöst habe! War das nur Zufall oder Glück? Oder hat das System? Heißt es womöglich, dass ich ALLE Situationen, die in meinem Leben auftauchen, gut lösen kann? Dass es gar nicht stimmt, wenn ich schreibe, dass ich der Verantwortung nicht gerecht werden kann, die ich hier auf dieser Erde trage?

Ja, ich fühle eine Verantwortung und ich weiß irgendwo tief in meinem Innern, dass ich sie sehr gut tragen kann. Es ist die Verantwortung, Mutter Erde und alle Lebewesen auf ihr zu achten, zu lieben und zu ehren. DAS ist die wirkliche Verantwortung und sie besteht immer, ganz egal, ob die Schneeglöckchen verblühen, mein Ex-Partner mich belästigt oder mein Vater Probleme mit sich oder seiner Lebenspartnerin hat. Es ist ganz egal, ob ich genug Geld zum Leben und für Vergnügungen habe, ob ein Erdbeben passiert oder das Haus einstürzt. Ja, ich kann die Menschen verlieren, die ich am meisten liebe oder mein eigenes Leben.

Liebe erzeugt Freude und Glück

Bei all diesen Dingen, die passieren können, besteht meine Aufgabe immer darin, Mutter Erde und alle Lebewesen zu achten, zu lieben und zu ehren. Nicht mehr und nicht weniger. Das kann ich immer tun, denn ich bin unendliche Liebe. Daran ändert sich nichts, egal welche Umstände in meinem Leben eintreten. Ich kann nicht alle „Probleme“ lösen, aber ich kann immer lieben. Die Liebe ist die einzige Konstante, die sich nicht verändern kann. Und Liebe erfüllt uns mit Freude und Glück.

Schneeglöckchen verblühen und Regenbögen vergehen. Eine ergreifend schöne Abendstimmung geht in die dunkle Nacht über. Menschen sterben, Tiere sterben. Alles ist vergänglich. Aber die Liebe bleibt, denn ich selbst bin Liebe und alles um mich herum ist Liebe. Auch meine Angst vergeht immer wieder. Denn Angst ist vergänglich. Liebe nicht. Liebe ist. Immer.

 

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